Veit Albrecht

Veit Albrecht. Mein Weg.

Kein gerader. Kein geplanter. Aber meiner.

Ich habe lange funktioniert, und eben das war das Problem. Ich habe Verantwortung getragen, aufgebaut und entschieden, und je besser das lief, desto mehr habe ich übernommen, bis ich von außen stabil wirkte und innen längst enger geworden war. Wenn das Funktionieren gut genug ist, merkt man lange nicht, was es einen kostet.

Irgendwann hält es nicht mehr, und meistens kündigt sich das in vielen kleinen Rissen an statt mit einem großen Knall: Projekte kippen, die Nächte werden unruhig, und Entscheidungen, an denen viel hängt, fühlen sich auf einmal nicht mehr klar an. Das Schlimmste daran ist das Gefühl, dass noch mehr Einsatz es auch nicht löst und dass dieser Einsatz trotzdem das Einzige bleibt, was man noch versucht.

Kein Therapeut, kein Motivator, kein Guru. Wer im Außen funktioniert und im Innen merkt, dass etwas nicht mehr trägt, braucht jemanden, der Klarheit hält, ohne sich dabei unentbehrlich zu machen.
Woher ich komme

Mein Weg war nie gerade. Aufgewachsen bin ich im Vogtland, mit sieben Tagen Karate die Woche, und weil alle meine Freunde im Dojo waren, drehte sich das ganze Leben um den Sport. Disziplin war also nie mein Problem. Polizist wollte ich werden, doch die Brille kam dazwischen, und so wurde es eine IT-Lehre mit Druckern und Kopierern. Noch in der Lehre bin ich zum Werkstattleiter aufgestiegen und danach zum technischen Leiter: Anfang zwanzig, mit einem Team von fünfzehn Leuten und keinem einzigen Tag Führungserfahrung. Technisch war ich besser als alle anderen, aber führen konnte ich nicht, und entsprechend oft ging es schief. Ich habe es trotzdem gemacht.

Veit Albrecht — im Dojo, die Karate-Gruppe
Veit Albrecht — Bundeswehr, Feldjäger

Danach kam die Bundeswehr. Ich wollte unbedingt zu den Feldjägern und habe meinen Wehrdienst dafür freiwillig verlängert, auf zwölf Monate statt der neun, die ich hätte ableisten müssen, mit dem Plan im Hinterkopf, mich aus der Truppe heraus als Zeit- und später Berufssoldat zu bewerben. Solange es einen Auftrag gab, war ich voll da, aber den größten Teil der Zeit gab es keinen, und dieser Leerlauf hat mich fertiggemacht. Ein ganzes Jahr totzuschlagen habe ich nur ausgehalten, indem ich es mit Seminaren, Büchern und Sport vollgestopft habe, einfach um nicht stillzustehen. Da habe ich zum ersten Mal gespürt, was sich später durch alles ziehen sollte: Solange ich tun, bauen und lernen kann, läuft es bei mir, und es ist der Stillstand, der mich umbringt.

Als ich zurückkam, lag die Kündigung auf dem Tisch. Ich dachte, jung und gut ausgebildet wie ich war, würde sich das schon regeln, aber zunächst regelte sich gar nichts: neun Monate ohne Arbeit, in einer Region, in der es kaum etwas gab. Also habe ich an der Tür gearbeitet, in der Kneipe ausgeholfen, Nachhilfe und Selbstverteidigungskurse gegeben, alles, was irgendwie Geld brachte, bis ein Kollege den Satz sagte, der den Ausschlag gab: Hättest du studiert, egal was, könntest du morgen bei mir anfangen.

Also habe ich studiert. Zuerst ein Jahr Fachoberschule im Schnelldurchlauf, komplett selbst finanziert, sodass nur die Wahl zwischen Schule und Arbeit blieb und ich irgendwo dazwischen geschlafen habe. Dann bin ich nach Magdeburg gezogen und habe alles zurückgelassen, die Freunde, die Familie, das Dojo. Wirtschaftsingenieur, mit Stipendium und neben mehreren Jobs, die ersten Semester fast mit Einser-Schnitt, und trotzdem das Gefühl, dass es nicht passt. Eine Studienberaterin hat es auf den Punkt gebracht, als sie sinngemäß sagte, wenn ich so gut sei, solle ich ruhig mal eine Drei schreiben und dafür ein bisschen leben. Das habe ich gemacht, die Noten blieben gut, und ich kam zum ersten Mal seit Jahren wieder bei mir an.

Veit Albrecht — in den jungen Jahren
Veit Albrecht — Karate

In dieser Zeit kam auch die erste echte Krise. Sie war weder finanziell noch beruflich: Sie kam aus meiner damaligen Beziehung und traf mich ausgerechnet dort, wo ich mich immer am stärksten gefühlt hatte, beim Karate. Mitten im Training spürte ich, dass ich nicht mehr weitermachen konnte, als hätte ich nicht mehr genug Energie, um meinen eigenen Körper zu steuern, und ich wusste mit voller Sicherheit, dass mir Bänder, Sehnen oder Muskeln reißen würden, wenn ich jetzt nicht sofort aufhöre. Danach habe ich mir zum ersten Mal Hilfe von außen gesucht und mich durch mehrere Anlaufstellen probiert, bis mir schließlich Paul Otte helfen konnte. Damals war das nur Hilfe in der Not, heute weiß ich, dass dort die eigentliche Reise begonnen hat.

Ich beiße mich durch fast alles durch. Das war meine größte Stärke — und zugleich meine teuerste Falle.

Mehr Einsatz. Mehr Kontrolle. Mehr Struktur.
Hat nichts gebracht.

Das, was wirklich war

Sicherheit. Und was sie wirklich gekostet hat.

Veit Albrecht — Verantwortung in der Industrie

Mein höchster Wert war Sicherheit, und zwar Sicherheit als Mauer aus Geld, durch die nichts mehr durchkommt: Rücklagen, Immobilien, Kontrolle. Auf Menschen, die ihr Leben von der Angst steuern ließen, habe ich von oben herabgesehen, denn ich selbst hatte ja keine Ängste. Dachte ich.

Nach außen lief alles. Ich trug Verantwortung in der Industrie, verdiente gutes Geld und baute nebenbei ein hundert Jahre altes Haus eigenhändig aus, und solange ich entwickeln und aufbauen konnte, war ich in meinem Element. Im Konzern wird aus dem Entwickeln allerdings irgendwann ein Verwalten, und mit der Enge, der Politik und den Entscheidungen über meinen Kopf hinweg fing es an, in mir zu arbeiten: Du brauchst etwas Eigenes, etwas, das dir gehört und das dir niemand wegnehmen kann.

Also baute ich mir nebenher ein eigenes Online-Business auf, ein Produkt für die Reisebranche. Das Bauen, Entwickeln und Lernen war spannend, das war meins, aber das Eigentliche daran war das Verkaufen, und das war das Gegenteil. Sich mit der Konkurrenz um Klicks zu streiten, war todlangweilig und vollkommen unabhängig von mir, weil ich nichts davon beeinflussen konnte. Dann kam Corona, das Reiseprodukt war über Nacht tot, und ich kam gerade noch mit einem blauen Auge davon.

Veit Albrecht — eigenes Business im Aufbau
Veit Albrecht mit seinem Vater

Und dann kam alles auf einmal. Mein Vater verunglückte schwer, kurz vor seinem Renteneintritt: ein Sturz vom Kran, die Hand zertrümmert, schwere Kopfverletzungen, und er entkam dem Tod nur knapp. Der Mann, der mir beigebracht hatte, ein Mann zu sein, war auf einmal sterblich. Ein paar Tage später saß ich mit meiner Mutter an seinem Bett, und es gab keinen großen Satz, nur einen Blick, in dem für mich lag: Pass auf sie alle auf. Ich habe das nicht als Auftrag gehört, eher als etwas, das längst meins war, und zum ersten Mal habe ich von außen gesehen, was so tief in mir sitzt, dass ich es für Charakter gehalten hatte: dieses Tragen, Sichern und Verlässlichsein. Der, der immer getragen hatte, wurde nun getragen, und mein höchster Wert war eben nie zufällig die Sicherheit.

Im selben Zeitraum wurde das Werk geschlossen, in dem ich arbeitete, und ich war am Ende nicht nur selbst arbeitslos, sondern derjenige, der alle verabschiedete, die Anlagen zerlegen ließ und zum Schluss das Tor abschloss.

Der große Wurf danach sollte ein Pizza-Franchise werden, gemeinsam mit einem Freund. Wir waren bereits als neue Eigentümer vorgestellt, zwei Läden gekauft, drei in Betrieb, weitere bereits im Bau. Dann überlegte es sich der Verkäufer anders, sodass nur Verträge, Immobilien und kein Backup übrig blieben. Die einzige Pizzeria, die mir blieb, verlor zwei Drittel der Leute, als ich anfing, Strukturen zu schaffen. Dabei merkte ich unter anderem, wie systematisch ich bestohlen wurde. Also fuhr ich drei, vier Doppelschichten die Woche, eine Stunde von zu Hause entfernt. Ich schlief im Auto neben den Mülltonnen, wusch mich auf der kleinen Toilette und kannte nur noch ein Ziel, nämlich weiterzukämpfen. Das Einzige, was in dieser Zeit leicht war, war ein T-Shirt, das mir meine Frau geschenkt hatte, „in pizza we trust“ — ihre stille Art, mir zu zeigen, dass sie mitträgt, auch wenn längst alles wankte.

Veit Albrecht — die Franchise-Zeit
Veit Albrecht hilft seiner Tochter

Irgendwann meldete sich der Körper. Die Smartwatch fragte, warum ich ständig rannte, obwohl ich am Schreibtisch saß, und am Ende brauchte ich selbst ärztliche Hilfe. Die Kinder fragten meine Frau immer öfter, wann ich denn endlich mal da sei, und ich hatte darauf keine Antwort. Sie hat lange mitgetragen, doch dann sagte sie klar und deutlich, dass es so nicht weitergeht, und sie hatte recht. Wir zogen die Reißleine, verkauften, was sich verkaufen ließ, und wurden die Firmen los. Übrig blieb ein Verlust, für den die meisten Menschen vier Jahre arbeiten gehen.

Es hat immer funktioniert. Bis es nicht mehr funktioniert hat.

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf –. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille –
und hört im Herzen auf zu sein.

Rainer Maria Rilke · Der Panther · 1902

Die Wende

Hier bin ich. Das bin ich.

Veit Albrecht

Der Punkt, an dem ich schließlich ankam, war so simpel wie unangenehm: Ich war selbst Teil des Problems. Die Muster kamen von mir, nicht vom Job, von den Menschen oder vom Umfeld, und solange das nicht klar ist, wiederholt sich alles: neuer Job, gleiche Dynamik, neue Entscheidung, gleiche Schleife.

Ich habe es mir danach selbst noch einmal vorgeführt. Nach dem Franchise brauchte ich erst wieder Sicherheit und nahm eine gut bezahlte Festanstellung an, die ich vom ersten Tag an hasste. Mein Team mochte, dass ich mir nichts gefallen ließ und gegenhielt, wenn Anweisungen von oben Unsinn waren, aber das mochte mein Chef gar nicht. Beim nächsten Anlauf, in einem ganz neuen Feld, kam wieder dasselbe Feedback, wie erstaunlich schnell ich das lerne, und damit auch wieder dasselbe Muster: Ich kann das, aber es ist nicht meins. In einem Zenkloster saß ich dann stundenlang in Stille und wusste, dass es das nicht ist und dass ich mich gerade schon wieder verkaufe.

Auf einem der letzten Trainings sagte Marc Pletzer fast nebenbei einen Satz, der saß: Was, wenn du auch das loslassen musst, was dir am meisten bedeutet — deine Familie? Ich hatte mein ganzes Leben um die Sicherheit herum gebaut, und nun sollte ich ausgerechnet das loslassen.

Es war kein dramatischer Tiefpunkt mit großer Erkenntnis am Morgen danach. Ich fiel in ein Loch, und diesmal war niemand da, der mir helfen konnte; die Coachings, die ich bekam, waren Symptombekämpfung, und keiner ging mit mir in die Tiefe, die es gebraucht hätte. Es war eher der Moment, in dem die alten Strategien aufgehört haben zu funktionieren und ich aufgehört habe, so zu tun, als täten sie es noch. Das Schwert hatte ich längst beiseitegelegt, und jetzt fiel auch die Rüstung: Samurai-Zopf ab, Bart ab, sodass mein Handy mich nicht mehr erkannte. Ich saß mit meiner Frau am Tisch und sagte das Einfachste und zugleich Schwerste, was ich sagen konnte: Hier bin ich, das bin ich.

Wer bin ich, wenn ich niemand sein muss?
Veit Albrecht — der Samurai-Zopf fällt

Es gab keinen Wendepunkt.
Nur den Moment, in dem ich aufgehört habe, so zu tun als ob.

Die mir den Weg gezeigt haben

Richtung kann man geben. Gehen muss jeder selbst.

Veit Albrecht — im Gespräch, zugewandt

Zwei Menschen haben mich geprägt, lange bevor ich selbst begonnen habe, andere zu begleiten. Bei Paul Otte bin ich nach jener ersten Krise gelandet, eingefroren und ohne Zugriff auf mich selbst. Er war der Erste, der mir die Tür zu diesem ganzen Thema überhaupt aufgestoßen hat, der erste Stein, der ins Rollen kam. Ich saß auf seiner Couch und versuchte krampfhaft, noch ein Thema anzubringen, um die bezahlte Zeit auszuschöpfen, doch er bohrte nicht nach und packte auch nichts Neues drauf; er führte mich auf das zurück, was ohnehin schon da war. Da habe ich verstanden, dass er mich befähigen wollte, wieder selbst zu gehen: nicht den Fisch schenken, sondern das Angeln beibringen. Das ist bis heute mein Prinzip.

Zwischen ihm und Marc Pletzer liegen Jahre mit unzähligen Büchern, Seminaren und Podcasts; geprägt aber haben mich vor allem diese beiden. Bei Marc habe ich später meinen kompletten Weg in NLP gemacht, vom Practitioner bis zum Hypno-Coach. Die Erlaubnis, mich nicht zu schonen, habe ich mir selbst gegeben (hier kennt mich keiner, dachte ich, hier haue ich einfach raus), und mit seinen dreißig Jahren Erfahrung konnte er damit umgehen. Er hat nichts an mir gemacht und mir nichts abgenommen, er hat mir gezeigt, was längst da war. Wenn ich vor lauter Nebel keine Richtung mehr sah, hat er mich nicht herausgezogen, sondern gefragt, was da im Nebel liege und ob ich nicht mal das Licht anmachen wolle. Den Schalter habe ich selbst umgelegt; dass ich in dieser Zeit wieder lachen lernte, hängt bis heute an einem Lied.

Veit Albrecht mit Marc Pletzer
Veit Albrecht — Kampfsport

Zwei Bilder aus dieser Zeit sind geblieben. In einer Lachtrance, während um mich herum alle lachten, bekam ich plötzlich das Gefühl, sie lachten über mich, und ich konnte zusehen, wie mein Schutzpanzer hochfuhr und mich umschloss, wie die Rüstung von Iron Man. Dieser Panzer hatte mich ein Leben lang beschützt und zugleich jedes Gefühl getötet; über viele Seminare habe ich ihn Stück für Stück abgebaut und so wieder Zugang zu mir gefunden. Das zweite Bild war ein Muster, das lief wie ein Autopilot, der anspringt, bevor man ihn bemerkt: Als Marc mir spiegelte, ich sei doch so klug und hätte es trotzdem nicht gefunden, wurde ich sofort verbissen und wollte unbedingt gewinnen, und je mehr ich mich versteifte, desto weniger sah ich das Offensichtliche. Der Autopilot hatte übernommen, und ich bekam es nicht einmal mit.

No one saves us but ourselves. No one can and no one may. We alone must walk the path. — Buddha
Wohin das führte

Klarheitswanderer ist kein Konzept. Es ist eine Konsequenz.

Veit Albrecht — heute, in der Seminararbeit

Heute begleite ich Menschen, die im Außen funktionieren und im Innen merken, dass etwas nicht mehr passt: Menschen, die Entscheidungen treffen müssen und nicht sicher sind, ob sie gerade klar sind oder nur alte Muster abspulen, und die irgendwann bemerken, dass sie sich selbst unterwegs liegen gelassen haben.

Ich kenne dieses Wegorganisieren aus eigener Erfahrung, die saubere Fassade, den vollen Kalender, die nächste Aufgabe und den nächsten Plan, und gerade deshalb beeindruckt mich reines Funktionieren nicht besonders. Es kann Stärke sein, aber es kann genauso gut die eleganteste Form sein, sich selbst auszuweichen.

Den Weg, den ich heute Klarheitswanderer nenne, bin ich längst gegangen, bevor er einen Namen hatte: im Werk, im Freundeskreis, überall, wo jemand nicht mehr weiterwusste, und irgendwann habe ich dem Ding nur einen Namen gegeben. Schon im Werk kamen junge Leute zu mir, die weiterwollten und nicht wussten, wohin, und einer von ihnen hatte sich fest auf die Techniker-Ausbildung eingeschossen. Wir haben gemeinsam sortiert, was er eigentlich will, und am Ende hat er studiert. Später sagte er, ich hätte ihm den Weg gewiesen, aber das stimmt nur halb, denn ich habe lediglich Fragen gestellt, bis er ihn selbst gesehen hat.

Fertige Lösungen gebe ich nicht, weil sie nichts bringen. Stattdessen stelle ich Fragen, halte es aus, wenn es unbequem wird, und spreche aus, was im Raum steht, auch wenn es gerade nicht passt. Klarheit ist bei mir nie am Schreibtisch entstanden, sondern in Bewegung, beim Gehen, beim Tun und beim Sortieren. Verstanden habe ich immer erst, während ich schon unterwegs war. Daher der Name.

Ich begleite Menschen zurück zu sich, damit Klarheit entsteht.
Wie ich begleite →
Veit Albrecht — mit Wegbegleitern in der Natur
Veit Albrecht — unterwegs mit seiner Tochter
Veit Albrecht — beruflicher Hintergrund
Hintergrund

Ich bin Wirtschaftsingenieur (M.A.) und habe über 15 Jahre in der Industrie gearbeitet, zuletzt als Head of Operations mit rund 200 Mitarbeitenden in drei Werken im Schichtbetrieb, mitten in Stilllegung und Neuaufstellung. Davor habe ich die Schließung eines Konzernstandorts begleitet und die operative Verantwortung bis zum letzten Produktionstag getragen. Druck kenne ich also nicht aus Büchern, sondern weil ich ihn selbst getragen habe.

Seit 2019 begleite ich mit effectum solutions Führungskräfte und Teams durch genau die Phasen, die ich selbst hinter mir habe, und dahinter steht eine solide Ausbildung: NLP Practitioner, Master und Coach (Society of NLP, Richard Bandler), Hypno-Coach, Kommunikationstrainer und Kommunikationstrainer Advanced, dazu Hypnose- und Mentalarbeit sowie über 25 Jahre Kampfsport und Selbstführung. Außerdem bin ich ehrenamtlicher Richter am Arbeitsgericht. Am Ende zählt weniger die Liste als das, was sie bedeutet: dass ich weiß, wovon ich rede.

Das Zeichen

Ein Zeichen begleitet mich schon länger als der Name Klarheitswanderer, und das ist das Enso, der Kreis aus einem einzigen Pinselstrich aus dem Zen. Du setzt ihn in einem Zug, oder du setzt ihn nicht, denn korrigieren lässt er sich nicht mehr. Ein perfekter Kreis versteckt die Hand, die ihn gezogen hat, während das Enso sie zeigt: offen, unperfekt und deshalb vollständig.

Gelingen kann dieser Strich nur aus Mushin heraus, aus dem, was der Zen No-Mind nennt: völlige Präsenz im Moment, ohne Ego, ohne Angst, ohne Grübeln. Das kenne ich aus über 25 Jahren Kampfsport, nicht aus Büchern. Im Kampf gibt es keine Zeit zum Nachdenken, denn sobald der Kopf dazwischenfunkt, ist die Bewegung schon zu spät; im Fluss bleibt nur, wer weder zögert noch hängenbleibt. Dasselbe steckt im Kreis: eine einzige, klare Bewegung ohne Korrektur. Außen der Kreis, in der Mitte die Stille.

Ein Marketing-Einfall war das nie, denn das Zeichen hat mich angesprochen, lange bevor es überhaupt ein Logo wurde. Ich trage es auf der Haut, umrundet von den Morsezeichen für this too shall pass. Auch das geht vorbei, die guten Phasen wie die schlechten, und weder eine Rolle noch ein Status, weder ein Schmerz noch ein Erfolg bleibt für immer. Nach den Jahren, die hinter mir liegen, ist das für mich Erfahrung geworden, kein Spruch.

Wahrheit vor Harmonie. Klarheit vor Komfort.
Das Enso-Tattoo mit den Morsezeichen für this too shall pass
Der nächste Schritt

Wenn du bereit bist hinzuschauen, schreib mir.

Wer jemanden sucht, der ihm sagt was er tun soll, ist hier falsch. Wer bereit ist, selbst hinzuschauen, passt hierher.

Ich lese jede Nachricht selbst. Ich antworte selbst. Ich begleite bewusst nur so viele Menschen gleichzeitig, wie ich gut begleiten kann.

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